Working in paradise: Warum man als Digital Nomad einfach erfolgreicher ist - Teil 2

Hier geht es zum ersten Teil.
Warum ist es im Ausland einfacher für Gründer erfolgreich zu sein und wo befindet sich die Zukunft von location-based Services und Online-Marketing wenn der Trend immer mehr in Richtung Remote Work geht? Antworten auf diese Fragen und mehr findet ihr im zweiten Teil vom Interview mit dem Digital Nomad und DNX Gründer Marcus Meurer.

Du sagst selbst, dass du keine Angst vor schwierigen Zeiten mehr hast. Woher nimmst du diese Gelassenheit? Birgt ein solcher Lebensstil nicht auch Risiken?

Mit meinem Online Know-how werde ich immer in der Lage sein, mich selbst zu ernähren. Das größte Risiko als Digitaler Nomade ist, dass dein Business nicht funktioniert und du dich wieder anstellen lässt. Dann sparst du genug Geld und legst noch mal los.

Gerade in Deutschland fällt man so weich wie nirgendwo sonst wenn man mal fällt. Auf der anderen Seite ist Deutschland das Land in dem viele Menschen Angst und Ehrfurcht vor der Selbstständigkeit haben. Wenn die Menschen einmal verstanden haben welche Chancen eine Selbstständigkeit bietet, sind sie nicht mehr zu stoppen.

Dafür braucht es Vorbilder, die den Lifestyle vorleben und den anderen zeigen, dass es funktioniert.

Auf deinen Reisen stehst du ständig vor der Herausforderung, dich in neuen Umgebungen zu orientieren. Wie organisierst du dich immer wieder neu an ständig unbekannten Orten? Nutzt du location based services um dich über lokale Geschäfte und die Umgebung zu informieren?

Ich lebe den Lifestyle jetzt schon über 3 Jahre und habe keine feste Heimat mehr. Mit der Zeit gewinnst du an Routine und findest dich immer schneller zurecht und kannst ein gutes Setting zum produktiven Arbeiten aufbauen.

Als erstes besorge ich mir eine lokale SIM-Karte mit Datenpaket am Flughafen um überall Internet zu haben. Mit dem iPhone kannst du dann auch einen “Personal Hotspot” aufbauen über den du dann mit deinem MacBook ins Netz kannst wenn du mal kein Wi-Fi hast.

Meine Freundin Feli betreibt mit Travelicia einen der größten Reiseblogs in Deutschland. Wenn wir das erste Mal an einen völlig unbekannten Ort kommen, bekommen wir auch immer unzählige persönliche Tipps von Travelicia Fans.

Die Umgebung selbst mit Roller zu erkunden, mit Empfehlungen aus seinem Netzwerk, das kann keine App ersetzen.

Allerdings gibt es auch immer mehr location-based Apps und Tools speziell für Digitale Nomaden, über die man seine Reisepläne matchen kann und Tipps zu Coworking Spaces und Nomad Meetups bekommt.

Mittlerweile kennen wir dank unserer Reichweite auch fast überall andere Digital Nomads, die gerade an dem Spot sind und uns Tipps geben können.

Wo siehst du in diesem Zusammenhang die Zukunft von location based services?

Location based services werden immer wichtiger und Dank der Bewegung der Digitalen Nomaden, die ständig in der Welt unterwegs sind, wachsen die Datenbanken für diese Apps immer weiter an. Ein gutes Beispiel für eine richtig smarte App ist Nomadbase, die gerade noch ganz am Anfang stehen aber mega Potenzial haben.

Empfiehlst du jedem Entrepreneur eine gewisse Zeit, oder vielleicht sogar für immer, ein Leben als Digital Nomad?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kenne einige Nomaden, die sich nach einer gewissen Zeit freuen auch mal wieder einen Mietvertrag zu unterschreiben und in Ruhe bei Amazon shoppen zu können.

Die meisten genießen aber gerade den Ride, so wie Felicia und ich.
Es ist einfach zu spannend, was gerade in der Digitalen Nomaden-Szene passiert. Jede Woche poppen neue krasse Projekte auf und es gibt immer mehr coole Unterkünfte mit TOP Coworking Space speziell für uns Digitale Nomaden.

Vielleicht werden Feli und ich irgendwann nicht mehr so viel reisen. Wir sind gerade dabei uns mehrere Homebases in verschiedenen Ländern aufzubauen.
Dazu gehören Phuket in Thailand, Jericoacoara oder Prea in Brasilien, Berlin in Deutschland für den Sommer und noch eine coole Location in Europa wie Lissabon.

Du meintest mal, dass es in Deutschland viele „Bedenkenträger“ gibt, die wahre Kreativität eher ersticken. Warum ist das im Ausland anders?

Weil die Menschen im Ausland eine andere Erziehung und ein anderes Umfeld haben. Gerade in südlicheren Ländern liegt den Leuten das Unternehmertum im Blut. Die Menschen probieren und basteln einfach mal drauf los, machen weiter und wenn es nichts ist, starten sie was Neues.
Wir haben ja nur das eine Leben. Diese Mentalität fehlt leider in Deutschland. Dort ist alles auf dem Begriff der vermeintlichen “Sicherheit” aufgebaut die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Das ganze System in Deutschland zielt darauf ab, dass die Menschen in einen 9to5 Job gehen und für jemand Anderen arbeiten.
Das ist nicht wirklich erfüllend, aber bei vielen dauert es, bis sie realisieren woher die Unzufriedenheit kommt und dass es nie zu spät ist, etwas zu ändern.

The time is now! Dank der Möglichkeiten der Online-Welt waren die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben noch nie besser als jetzt.

Haben es Gründer einfacher im Ausland? Und wenn ja, woher kommt dieses Erfolgspotential?

Ich denke es ist einfacher im Ausland etwas zu starten, weil die Menschen einen dort unterstützen und es nichts besonderes ist. Unsere wichtigsten Business-Entscheidungen und Launches haben wir von unterwegs gemacht. Hier in warmen Ländern sind wir zufriedener, glücklicher und besser im Flow um besondere Dinge zu machen.

In Deutschland kann es auf der anderen Seite cool sein zu gründen, weil es so outstanding ist und du erst mal etwas Besonderes bist. Du fällst auf. Weil du nicht das machst, was 99% deiner Mitmenschen machen.

Remote Work ist als neue Realität auf dem Arbeitsmarkt und im War Of Talents für den Arbeitsmarkt also von hohem Wert. Location-independent work dank der Standortunabhängigkeit des Internets – Geht das einfach so? Hauptsache WLAN-Anschluss und los geht’s?

Das Thema Remote Work geht gerade erst los, und es ist mega spannend vorne mit dabei zu sein. Neben einer stabilen Internetverbindung brauchst du Fokus und Willensstärke, um den Lifestyle durchzuziehen. Der größte Vorteil kann gleichzeitig auch die größte Herausforderung sein: Produktiv an den geilsten Orten dieser Welt zu sein. Dabei helfen Strukturen und Routinen, die man sich nach und nach aufbaut.

Und zum Schluss noch eine letzte aber wichtige Frage: Kann eigentlich jeder zum Digital Nomad werden?

Ich bin überzeugt, dass jeder das Zeug zum Digitalen Nomaden hat.
Ab einem gewissen Punkt machen dann die Willensstärke und das Commitment den Unterschied aus. Wenn du 100% all in gehst heißt das auch, dass du einige materielle Dinge wie einen großen TV-Flatscreen oder das Auto in Deutschland hinter dir lassen solltest.

Um für sich selbst herauszufinden ob der Lifestyle was für einen ist, sollte man sich an Leuten orientieren, die den Lifestyle schon leben und alles zu dem Thema aufsaugen.
Wenn man dann immer noch Feuer und Flamme ist, kann man sich auf der DNX - Digitale Nomaden Konferenz mit hunderten Gleichgesinnten austauschen und die nächsten Steps ins ortsunabhängige Leben planen.

Auf meiner Facebook Seite und in meinem Podcast LIFE HACKZ share ich viele Insights zu meinem Leben als Digital Nomad. Gib mir einen Like und abonniere den Podcast wenn jetzt auch du Bock auf das Thema Digitale Nomaden bekommen hast.

Thx für das Interview und wir sehen uns on the road ;)

Wir danken Marcus Meurer für das Interview und wünschen ihm alles Gute für seine weitere Zukunft als Digital Nomad.